Strich-, Halbton- oder Farbscan

Wie vorher schon erwähnt, ist ein
kalibrierter Monitor unbedingt nötig, um die Bildqualität und Farben der Vorlage richtig einschätzen zu können.
Vor dem Scannen muss der jeweilige Vorlagentyp in der Scannersoftware ausgewählt sein. Beim Scannen gibt es mehrere Arten von Vorlagentypen:


Vorlagentypen (physikalische Beschaffenheit)

Aufsichtsvorlagen:
Hierzu zählen z.B. Fotoabzüge, Zeichnungen, gedruckte Vorlagen. Es können alle Gegenstände gescannt werden, die das Licht der Scannerlampe reflektieren, damit die CCD-Zeile des Scanners aus dieser Reflexion das digitale Bild errechnen kann (vorausgesetzt die Gegenstände lassen sich flach auf das Glas platzieren).

Durchsichtsvorlagen:
Das sind Dias, Negative oder anderes Filmmaterial. Durchsichtsvorlagen benötigen kein Scanverfahren auf Basis des reflektierenden Lichts. Um diese zu scannen, muss das Trägermaterial genau zwischen der Scannerlampe und dem Sensor liegen. Das Licht strahlt durch die Vorlage hindurch und trifft direkt auf die CCD-Zeile.
Je nach Scanner, gibt es hierfür spezielle Halterungen und ggf. einen Aufsatz mit zusätzlicher Lampe.


Vorlagentypen (bezogen auf Farbumfang)

Strichzeichnungen:
Vorlagen, die nur aus Schwarz und Weiß bestehen, ohne abgestufte Tonwerte (keine Grautöne). Meist sind es Texte, einfache Grafiken oder Zeichnungen ohne Tonwertabstufungen.
Strichzeichnungen (Strich-Modus in der Scansoftware) sollten mit der höchsten Auflösung des Scanners gescannt werden. Optimal wäre dieselbe Auflösung, wie sie später beim Drucken bzw. beim Belichten verwendet wird. Mindestens 800 dpi sind nötig, um die Treppchenbildung zu minimieren. Sollte der Scanner die Belichter-Auflösung nicht erreichen (2.400 dpi), sollte mit der halben bzw. viertel Auflösung gescannt werden. Ein Bildpunkt hat dann im Druck 2x2 bzw. 4x4 Bildpunkte und liefert gute Ergebnisse (alles bezogen auf 100% Ausgabegröße).
Es soll noch die Möglichkeit erwähnt werden, die Vorlage als Graustufenbild zu scannen (natürlich mit der für einem Strichscan entsprechenden Auflösung) und später im Photoshop den Schwellenwert (Wert ab welcher Helligkeitsstufe Weiß und Schwarz zu sehen sein soll) zu wählen. Oft kann das Ergebnis hier interaktiv und besser beurteilt werden. Zum Schluss dann in den Schwarzweiß-Modus wandeln.

Halbtonvorlagen:
Halbtonvorlagen enthalten nur eine Farbe und deren Farbtöne. Hierzu zählen Schwarzweiß-Fotos, Schwarzweiß-Filme oder andere Vorlagen mit Tonwertabstufungen aus einer Farbe.
Im Scanprogramm gibt es hier den Modus »Graustufen« oder »Halbton«. Vor dem Scannen können in der Scansoftware die Parameter für den Weiß- u. Schwarzpunkt, die Gradation und die Tonwerte eingestellt werden.
Auch hier besteht die Möglichkeit, die Vorlage in einem anderen Modus zu scannen und später in Graustufen umzuwandeln. Wird das Halbtonbild im RGB-Scanmodus gescannt, liegen die Daten in einem größeren Farbraum vor. Das Bild kann im Photoshop schneller bearbeitet werden (z.B. Einstellungsebenen), ohne extra neu scannen zu müssen, falls die Einstellungen in der Scansoftware nicht optimal gewählt wurden.


Farbvorlagen:
Farbvorlagen sind alle anderen Vorlagen, von denen farbige Scans erzeugt werden sollen (Farbfotos, Farbzeichnungen etc.).


Vorbereitung:

Reinigung

Staub oder Fingerabdrücke auf der Glasplatte verschlechtern das Scanergebnis ungemein. Zur Reinigung sollte kein normales Tuch verwendet werden, da dieses die Fläche elektrostatisch auflädt und somit für noch mehr Staub sorgt. Auch Antistatiktücher sind weniger geeignet, da sie häufig mit einer Flüssigkeit getränkt sind, die Schlieren hinterlässt.
Am besten geeignet wäre ein Antistatikpinsel aus dem Fotogeschäft. Um Fingerabdrücke an Glas und Vorlage zu vermeiden, sollten Baumwollhandschuhe verwendet werden.
Auch Druckluft-Spray (ebenfalls im Fotogeschäft erhältlich) ist für eine Staubentfernung geeignet.


Montage

Gibt es keine Herstellerangabe zur Montage von Durchsichtsvorlagen, sollte die Schichtseite des Films zur CCD-Zeile zugewandt sein (Seitenverkehrt zum Glas). Dies hat zwei Vorteile:

  • die Plan liegende Schichtseite liegt im optimalen Schärfebereich (kein Trägermaterial zwischen Glas und Schichtseite)
  • keine Vergrößerung, da das Licht sonst durch erhöhte Position der Schichtseite gestreut würde

Bei sehr dünnem Papier scheint oft die Rückseite des Blattes durch (z.B. Text). Abhilfe schafft eine Montage auf schwarzer Pappe oder wenn die Pappe auf die Vorlage gelegt wird.
Auch wenn die Scansoftware eine nachträgliche Drehung der Vorlage zulässt, sollte diese rechtwinklig ausgerichtet werden. Eine spätere Drehung führt (vor allem bei Strichscans) zu einer Verschlechterung der Bildqualität.

scansilver