Scanauflösung

Die Scanauflösung wird entweder selbst festgelegt oder die Berechnung der Scansoftware überlassen. Dazu benötigt man bei Farb- u. Graustufenbildern (Halbtonbildern) folgende drei Werte:

1. Die Ausgabeauflösung
2. Den Qualitätsfaktor
3. Den Skalierungsfaktor



Ausgabeauflösung:

Die Ausgabeauflösung ist identisch mit der Rasterweite des Ausgabegeräts.

Aber was bedeutet eigentlich Rasterweite?
Drucker und Druckmaschinen (Thermosublimationsdrucker ausgenommen) können keine Halbtöne (Graustufen oder Farbabstufungen) drucken. Deshalb werden Druckpunkte zu einer Rasterzelle zusammengefasst. Je nachdem, wie viele Druckerpunkte in einer Zelle geschwärzt sind, ergibt sich eine hellere oder dunklere Wirkung.
Das menschliche Auge kann bei normalen Leseabstand keine einzelnen Punkte mehr erkennen, sodass hier der Eindruck einer hellen oder dunklen Fläche entsteht.
Der Abstand dieser Zellen auf eine bestimmte Strecke wird als Rasterweite bezeichnet. Im Druckgewerbe oft als Linien pro Zentimeter (lpc, L/cm) oder im DTP-Bereich als Linien pro Inch (lpi) bezeichnet (PostScript-Maß). Ein Drucker spricht dann z.B. von einem »60er-Raster« (60 lpc) und der Layouter von einem Raster mit 150 lpi. Würde man sich dieses Raster unter einem Fadenzähler (Lupe) betrachten, erkennt man 60 Rasterpunkte auf einer unsichtbaren Linie von einem Zentimeter Länge aufgereiht (oder eben 150 Linien auf einem Inch Länge). Die Rasterweite jeweils gleich.


Qualitätsfaktor:

Theoretisch entspricht ein Bildpunkt einer oben erwähnten Rasterzelle im Druck. Jedem Rasterpunkt ist also ein Bildpixel zugeordnet (aus dem sich auch die Größe des Rasterpunkts ergibt).
Praktisch können aber nicht alle Rasterpunkte und Bildpixel deckungsgleich liegen, die einzelnen Raster der Farben haben schließlich eine unterschiedliche Winkelstellung zueinander, sonst würden alle Farben übereinander gedruckt und somit keine unterschiedlichen Farben und Halbtöne im Auge des Betrachters erzeugt werden können.
Also muss es eine »Reserve« geben.
Für eine gute Wiedergabequalität benötigt man meist doppelt so viele Bildpixel pro Rasterzelle. Dies wäre dann der (Qualitäts) Faktor 2.
Für ein Raster von 150 lpi bräuchte man eine Bildauflösung von 300 Pixel pro Inch (ppi) um den Qualitätsfaktor 2 zu erreichen.
Der Qualitätsfaktor beschreibt also die unbedingt benötigte Reserve an Bildpunkten, um eine gute Wiedergabequalität in einzelnen Medien zu gewährleisten:

Rechenbeispiel für die Scanauflösung

60er-Raster mit Qualitätsfaktor 2:
60er (lpc) x 2,54 = 152,4 lpi x 2 (Qualitätsfaktor) = 305 dpi

Weitere Raster (genauere Angaben beim Dienstleister) sind:
11er (18/1-Großflächenplakat)
25er (Großformatdruck)
30er, 40er (Tageszeitung)
52er (Magazin)
60er (Buchdruck, gestrichene Papiere)
80er (Kunstdruck)


Skalierungsfaktor:

Der Skalierungsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen Vorlagengröße und Ausgabegröße.
Je nach Funktionsumfang Ihrer Scansoftware, können automatische oder manuelle Einstellungen vorgenommen werden:

Manuelle Einstellungen (Bsp. 60er-Raster, QF2, doppelte Größe benötigt):
  1. Felder für Original- und Ausgabegröße bleiben gleich, die Ausgabeauflösung wird verdoppelt (600 dpi)
  2. im Feld Ausgabegröße die doppelte Seitenlänge bzw. 200% Skalierung eintragen. Ausgabeauflösung (300 dpi)

Tipp: Bei SilverFast AI muss nur die Rasterweite (z.B. 60 lpcm) eingetragen werden. Je nach gewünschtem Qualitätsfaktor wird die Ausgabe-Auflösung automatisch bestimmt, unabhängig von Skalierungsfaktor oder Ausgabegröße.

Auch hier sei noch erwähnt, dass mit SilverFast AI nicht nur ihr Scanner kalibriert werden kann, sondern auch eine Drucker-Kalibrierung (mit ICC-Profil) möglich ist.
Somit haben Sie eine hervorragende Scansoftware plus die Möglichkeit, für jedes Papier Ihres Druckers ein eigenes ICC-Profil zu erstellen! Schauen Sie, ob Ihr Scanner unterstützt wird.


scansilver