Farbeinstellung im Adobe Photoshop

Die Farbeinstellungen in Adobe Photoshop sind immer abhängig vom Ziel der Ausgabe.
Ich empfehle Ihnen für die verschiedenen Arbeitsabläufe, individuelle Einstellungen anzulegen. Folgende Farbeinstellungen habe ich als Beispiel für den Druck auf gestrichenem Papier gewählt:

Farbeinstellung PS


Als RGB-Arbeitsfarbraum wurde eciRGB_v2 eingestellt, der von der
European Color Initiative (ECI) empfohlene RGB-Farbraum als Arbeits- und Austauschfarbraum für Werbeagenturen, Verlage, Reprounternehmen und Druckereien.
Dieser Farbraum verbreitet sich immer mehr und ist in vielen Agenturen und Verlagen Standard.

Andere sehr gute Arbeitsfarbräume sind Adobe RGB und ColorMatch RGB.
Sollte ihre Digitalkamera z. B. Adobe RGB unterstützen, könnten Sie hier auch das Adobe RGB verwenden um Farbkonvertierungen so selten wie möglich zu machen.

Der sRGB-Farbraum eignet sich als Arbeitsfarbraum weniger, da er schlicht und ergreifend kleiner als die Farbräume moderner Ein- und Ausgabegeräte (Druckmaschinen, Großformatdrucker, Scanner, Monitore, Kameras ist! Diese Farbraum ist der kleinste gemeinsame Nenner, um Farben auch auf qualitativ nicht so hochwertiger Hardware betrachten zu können.
Es sollte jedoch beachtet werden dass viele Dienstleister, die Ihre Fotos zu Papier bringen, mit dem sRGB-Farbraum arbeiten. Hier hilft eine Rücksprache um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Die Einstellung für CMYK, Graustufen und Schmuckfarbe sollte ebenfalls unbedingt mit Ihrem Dienstleister besprochen werden. Die Aufbereitung der Farben für den Zeitungsdruck muss eine andere sein, als die Aufbereitung für ein Kunstdruck auf gestrichenem Papier. Das liegt am Verhalten des Bedruckstoffs und an der Zusammensetzung der verwendeten Farben.
Ein ungestrichenes, stark aufsaugendes Papier muss einen geringeren Farbauftrag erhalten, um in den Tiefen noch Strukturen zeigen zu können. Ein Papier mit einer geschlossenen Oberfläche lässt die Farben nicht so leicht „verlaufen“ und kommt mit einem gesättigten Farbauftrag besser zurecht ohne die Druckpunkte gleich „zulaufen“ zu lassen.

Eingebettete Profile sollten immer beibehalten werden um eine korrekte Beurteilung der Bilder zu ermöglichen. Bekommen Sie Bilder ohne eingebettete Profile, sollten Sie diese beim Öffnen nie konvertieren! Die Bilder werden dann im Standard-RGB-Arbeitsfarbraum dargestellt. Ist das Bild visuell in Ordnung, kann es in diesem Farbraum konvertiert und gesichert werden.
Ist das Bild visuell nicht in Ordnung, weisen Sie dem Bild ein Profil zu, welches wahrscheinlich dem Ursprung entspricht (einfache Digitalkamera sRGB). Versuchen Sie immer die Herkunft eines Bildes zu erfahren, umso leichter wird eine korrekte Zuordnung.


Rendering Intents

Müssen Bilder in einem anderen Arbeitsfarbraum konvertiert werden ist die Priorität der Umrechnung wichtig. Da der CMYK-Arbeitsfarbraum oft kleiner als der RGB-Arbeitsfarbraum ist muss nun entschieden werden, was mit den nicht reproduzierbaren Farben geschehen soll (Gamut Mapping). Sollen nur die außerhalb vom Zielfarbraum liegenden Farben verändert werden oder auch die bereits reproduzierbaren Farben?

Perzeptiv (auch fotografisch oder wahrnehmungsorientiert):
Ist der Quellfarbraum größer als der Zielfarbraum, wird dieser gleichmäßig verkleinert, bis er komplett in den Zielfarbraum hineinpasst. Alle Farbwerte werden verändert, unabhängig ob sie vorher reproduzierbar waren oder nicht. Die Farbwerte behalten ihr Verhältnis zueinander bei.
Da die Buntheit (Chroma) u. U. erheblich reduziert wird, wirken Bilder oft sehr viel blasser.
Ist der Quellfarbraum gleich groß oder kleiner, wird nur der Weißpunkt angepasst.
Dieses Gamut Mapping sollte für natürliche Bilder, Fotografien, gewählt werden.

Sättigung:
Hier geht es bei der Konvertierung nur um die Sättigung der Farben und weniger um den Farbton und die Helligkeit. Farbton und Helligkeit können gegenüber dem Quellfarbraum sehr unterschiedlich sein.
Dieses Gamut Mapping sollte nur zur Darstellung Bunter Grafiken benutzt werden. Für eine fotorealistische Wiedergabe von Bildern ist es nicht geeignet!

Relativ farbmetrisch:
Alle Farben die nicht im Zielfarbraum enthalten sind, werden so verändert, dass sie gerade so wiedergegeben werden können (überstehende Farben werden abgeschnitten und somit auch eventuelle Details). Der Weißpunkt wird angepasst, sodass vorher weiße Bereich weiß bleiben.
Dieses Gamut Mapping sollte zur Darstellung von Bildern auf Monitoren (Internet) und Konvertierung von Grafiken (Logos) verwendet werden.

Absolut farbmetrisch:
Dieser Rendering Intent ist ähnlich dem „Relativ farbmetrisch“. Der Unterschied besteht in der Anpassung des Weißpunkts. Der Weißpunkt des Quellfarbraums wird im Zielfarbraum komplett übernommen. Dadurch ist es möglich, das Papierweiß in einem anderen Profil zu simulieren. Wird beispielsweise ein Profil für den Zeitungsdruck als Quellfarbraum gewählt, kann durch eine Konvertierung in den Farbraum Ihres Tintenstrahlers, ein Proof mit Berücksichtigung der Papierfarbe angefertigt werden.
Dieses Gamut Mapping ist zur Erstellung von Proofs mit Simulation der Papierfarbe geeignet.